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Wie arbeiten Radargeräte?
Radargeräte bestehen aus einem Display und einer Antenne. Die Antenne sendet Impulse von Radiowellen aus, die von getroffenen Objekten und Landmassen reflektiert werden (so wie ein Echo von einer Felswand). Wenn die reflektierte Energie zurückkommt, wandelt dieselbe Antenne die Energie in Signale um, die dem Anwender dann über das Display angezeigt werden. Da die rotierende Antenne die Winkelinformation an das Display überträgt, kann daraus ermittelt werden, aus welcher Richtung die Ziele empfangen werden. Der Anwender kann dadurch Richtung und Peilung zu Objekten feststellen. Durch die Laufzeit der Impulse von der Radarantenne zum Objekt und zurück wird im Display die Entfernung zum Ziel angezeigt.
Was können Sie mit einem Radargerät sehen?
  • Landmassen und feste Objekte für die Navigation.
  • Ihre Entfernung und Ihre Richtung von Objekten ist leicht zu bestimmen, und Landmassen, die unsichtbar scheinen, werden deutlich sichtbar angezeigt.
  • Andere Schiffe, so daß Kollisionen vermieden werden.
  • Den Verlauf des Flusses oder Kanals, auf dem Sie gerade navigieren.
  • Schauer, Gewitter, Sturm oder andere lokale Wetterverhältnisse.
Wie treffen Sie Ihre Auswahl?
Display-Typ
Radargeräte sind entweder mit LCD oder mit einer Bildröhre ausgestattet. LCDs benötigen weniger Strom, sind leichter und lassen sich durch die geringe Tiefe einfacher montieren. Außerdem lassen sich LCDs im Sonnenlicht besser ablesen. Radar-Displays mit Bildröhren haben i.d.R. eine höhere Auflösung und bieten durch die Darstellung in verschiedenen Graustufen einen hervorragenden Kontrast bei schlechten Sichtverhältnissen. LCDs sind i.d.R. für Segelyachten und kleinere offene Sportboote geeignet, während die Tageslicht-Bildröhren-Displays auf größeren Motoryachten mit wassergeschützten/abgetrennten Nav-Ecken eingesetzt werden.
Antennentyp
Es gibt zwei Arten von Antennen: Die Radomantenne und die offene Schlitzantenne. Der rotierende Schlitzstrahler wird häufig in einen Kunststoffdom integriert, so daß die beweglichen Teile sich nicht mit dem Tauwerk an Bord verheddern oder z.B. Kinder an Bord erfassen. Dieser Antennentyp wird als Radomantenne bezeichnet und ist speziell für Segelboote empfehlenswert. Aufgrund des kleinen Antennenstrahlers haben Radomantennen einen größeren horizontalen Öffnungswinkel. Dadurch werden benachbarte Ziele schlechter aufgelöst und als ein Ziel dargestellt. Der horizontale Öffnungswinkel bei Radomantennen beträgt 4° - 7°. – Offene Schlitzstrahler haben i.d.R. größere Antennen von 4 oder 6 Fuß. Wie bei einer längeren UKW-Seefunkantenne wird die abgestrahlte Energie fokusiert, was zu einer größeren Reichweite und zu kleineren horizontalen Öffnungswinkeln führt (2° – 3,5°). Offene Schlitzstrahlantennen werden bei Segelbooten erst ab ca. 50 Fuß eingesetzt. Motoryachten sollten mit einem Geräteträger oder einer Masthalterung ausgestattet sein, so daß die Antenne relativ frei steht.
Übertragung
Yacht-Radaranlagen haben eine Impulssendeleistung von 1,5 bzw. 4,0 kW. Eine höhere Ausgangsleistung bedeutet, daß Sie kleinere Ziele, die schlecht reflektieren, besser und eher erkennen werden. Obwohl Sie mit höherer Ausgangsleistung größere Bereiche abdecken können, ist dieses weit weniger wichtig als die Höhe der Antenne, die Höhe Ihres Zielobjektes und die Fähigkeit des Objektes, die ankommende Energie zu reflektieren. Die Sendeleistung des Radargerätes ist eher entscheidend bei schlechten Wetterverhältnissen, weil Nebel und Regen die Radar-Energie absorbieren und so die Reichweite erheblich reduzieren.
Anschluss an andere elektronische Geräte

Jeder möchte heutzutage elektronische Geräte an andere anschließen können; dies ist bei Radargeräten besonders einfach! Die häufigste Methode ist der Anschluss eines GPS, der das Radargerät mit Informationen über die Ansteuerung des nächsten Wegpunktes versorgt; das Radargerät dient hierbei als Tochteranzeige, so daß Sie sich auf nur ein einziges Display zu konzentrieren brauchen. Zahlreiche Radar-GPS-Kombinationen können die Position des Zielwegpunktes direkt auf dem Radarbild anzeigen; dabei sehen die Reflektion und die Position so aus, als wären sie über das Radarbild gelegt. Einige Radargeräte sind sogar in der Lage, aus der Position des Zieles einen neuen Wegpunkt aufzubereiten.

Eine weitere Möglichkeit, die immer häufiger Anwendung findet, ist der Anschluss eines Kartenplotters an die Radaranlage. Diese kann dann digitale Seekarten anzeigen. Mit einem einzigen Knopfdruck können Sie dann zwischen beiden Anzeigen hin- und herschalten. Einige Hersteller wie z.B. Raymarine bieten diese Option bereits an.

Auch Kompass-Anschlüsse finden immer häufiger Anwendung.

Gängige Radar-Funktionen

Alle Radaranlagen haben einen oder zwei EBLs (elektronische Peillinien) und VRMs (variable Bereichsringe). Eine elektronische Peillienie mißt die relative Peilung eines Zielobjektes von Ihrer aktuellen Position, während ein variabler Bereichsring die Entfernung berechnet. So erhalten Sie Entfernung und Peilung zum Zielobjekt, die Sie zur Kalkulation benötigen, um Kollisionen abzuwenden.

Viele Radargeräte sind mit einer Störimpulsunterdrückung ausgestattet. Hierdurch werden Signale, die von anderen Radaranlagen aus Ihrer unmittelbaren Umgebung ausgehen, unterdrückt. Regenenttrübung und Seegangsanpassung optimieren das Radarbild selbst bei unterschiedlichsten Wetterbedingungen. Die Verstärkungsregelung erfolgt i.d.R. manuell, jedoch bieten mehr und mehr Radaranlagen eine automatische Verstärkungsregelung, die die Verstärkung je nach Bereich von selbst einstellt.

Mit den meisten Radargeräten können Sie die Position Ihres Schiffes dezentrieren (aus dem Mittelpunkt heraussetzen), damit Sie den Bereich besser optimieren können. Wenn Sie z.B. entlang der Küste in einer Entfernung von ca. 3 Meilen navigieren, können Sie den Mittelpunkt der Anzeige zu einer Seite verschieben und den 2-Meilen-Bereich nutzen; hierdurch erhalten Sie mehr Details des Fahrwassers, aber Sie können immer noch die Küstenlinie auf dem Bild sehen. Eine verwandte Funktion ist die Zoom-Funktion, mit der Sie bestimmte Bereiche des Displays um das Zweifache vergrößern können, um mehr Details zu erhalten.


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